Als der Mensch sesshaft wurde und damit Ackerbau und Viehzucht ins Leben rief, schlug die Geburtsstunde der Landwirtschaft. In der Zwischenzeit hat sich aber auch in der Landwirtschaft vieles geändert. Ein Blick in die Geschichte lässt mehr darüber erkennen.

Die Bauern im Mittelalter

Im Mittelalter beschäftigten sich vorwiegend kleine bäuerliche Gemeinschaften mit der Agrarwirtschaft. Sie unterstanden Großgrundbesitzern sowie dem Landadel und waren Leibeigene des Königs. Auch in Klöstern wurde Landwirtschaft betrieben. Mittelalterliche Flurgemeinschaften bebauten die Äcker rund um klösterliche Anlagen. Zu dieser Zeit wurde auch die Dreifelderwirtschaft entwickelt. Durch eine abwechselnde Fruchtfolge wurden die Böden fruchtbarer und die Ernten waren ertragreicher.

Die Bauernbefreiung und der Dünger

In Deutschland wurde im Jahr 1807 die Leibeigenschaft aufgehoben und die landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden durch Pachtverträge an die Bauern zur Bewirtschaftung übergeben. Mitte des 19. Jahrhunderts erfand der Deutsche Justus von Liebig den Mineraldünger. Dadurch konnte man die Erträge in der Landwirtschaft noch einmal steigern. Um 1900 lebten in Deutschland rund sechzig Prozent der Menschen ausschließlich von der Landwirtschaft. Ein Bauer verfügte über eine Agrarfläche von durchschnittlich zwei Hektar Land.

Die Landwirtschaft seit 1945

In Deutschland kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer enormen Umverteilung von Agrarflächen. In Ostdeutschland wurden Großgrundbesitzer enteignet und Ackerflächen wurden auf kleinere Bauern aufgeteilt. In den 1950er-Jahren kam es im Osten Deutschlands zur sogenannten Kollektivierung. Bauern mussten ihre Betriebe in Kommunen einbringen. Erst nach der Wende wurden aus diesen „Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften“ schließlich genossenschaftliche Betriebe, die es heute noch gibt.

Heute lebt nur noch ein geringer Prozentsatz der Menschen in Deutschland ausschließlich von der landwirtschaftlichen Produktion. Viele bäuerliche Betriebe setzten neben der Produktion auch auf den Tourismus. Auch Biobetriebe und bäuerliche Unternehmen, die sich an der modernen Landwirtschaft orientieren, sind nach wie vor im Kommen. Trotzdem steht die Entwicklung in der Landwirtschaft auch heute nicht still. Neue Umweltbedingungen stellen die Landwirtschaft von heute vor neue Herausforderungen.